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Der Ozelot (Leopardus pardalis)
Update : 07.03.2020 03:28:21
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Bild quelle : Emmanuel Keller
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Textquelle : Wikipedia und Leopardenland  
 
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Der Ozelot (Leopardus pardalis) ist eine in Mittel- und Südamerika lebende Raubtierart aus der Familie der Katzen
(Felidae). Er ist der größte und wohl bekannteste Vertreter der Pardelkatzen (Leopardus), einer auf Amerika
beschränkten Gattung kleinerer, gefleckter Katzen.
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Körperlänge: Beim Männchen   55 - 100 cm Beim Weibchen   34 - 76 cm
Schwanzlänge: Beim Männchen   35 - 45 cm Beim Weibchen   30 - 40 cm
Schulterhöhe: Beim Männchen   34 - 51 cm Beim Weibchen    30 - 48 cm
Gewicht: Beim Männchen   11 - 16 kg Beim Weibchen    9 - 13 kg
Beißkraft Bei : cm² [Newton]   / cm² [kg]   /
Schlagkraft Bei : cm² [Newton]   / cm² [kg]   /
Alter : Alter in Freierwildbahn :   9 Jahre* Alter in Zoo :   18 Jahre*
Paarungsbereit nach : Bei Männchen   1 Jahr* Bei Weibchen   1 Jahr*
 
Der Bestandt : 45.000 - 56.890 Tiere*
Der Bestandt : konnte nicht genau ermittelt werden !
Der Status : Bedroht !
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Merkmale

Ozelots erreichen eine Kopfrumpflänge von 55 bis 100 Zentimetern, der Schwanz wird 30 bis 45 Zentimeter lang. Das
Gewicht erwachsener Tiere variiert zwischen 11,3 und 15,8 Kilogramm, wobei die Männchen etwas größer und schwerer
werden als die Weibchen.

Die Zahnformel der Ozelots lautet 3/3 - 1/1 - 2-3/2 - 1/1, das heißt, sie haben pro Kieferhälfte drei Schneidezähne,
einen Eckzahn, zwei oder drei (Oberkiefer) beziehungsweise zwei (Unterkiefer) vordere Backenzähne und einen hinteren
Backenzahn, insgesamt also 28 oder 30 Zähne. Wie bei allen Katzen sind die Reißzähne (der letzte obere Prämolar und
der untere Molar) sowie die zu Fangzähnen vergrößerten Eckzähne gut entwickelt.

Eine kräftige Gliedmaßenmuskulatur ermöglicht ein gutes Klettern. Die Vorderpfoten sind größer als die Hinterpfoten,
wie bei allen Katzen besitzen die Vorderfüße fünf und die Hinterfüße vier Zehen, die mit einziehbaren Krallen versehen
sind. Der Verdauungstrakt ist wie bei allen Katzen durch den einfachen Magen und den kurzen Darm charakterisiert.
Die Ozelots haben den am stärksten ausgeprägten Penisknochen (Baculum) ihrer Familie, dieser ist bei den Katzen
sonst generell rückgebildet oder fehlt.
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Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Ozelots leben auf dem amerikanischen Kontinent, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den südlichen Vereinigten
Staaten bis ins nördliche Argentinien. Sie leben auch auf der Insel Trinidad, fehlen aber auf den übrigen
Westindischen Inseln. In den Vereinigten Staaten waren sie einst von Arizona bis Louisiana verbreitet, Fossilfunde
aus Florida deuten an, dass sie in prähistorischer Zeit sogar im ganzen Südosten des Landes beheimatet waren. Heute
sind sie in den Vereinigten Staaten auf den äußersten Süden von Texas beschränkt, die dortige Population ist aber
mit rund 100 Tieren sehr klein. In Mittel- und Südamerika sind sie noch häufiger, wenngleich ihr Siedlungsgebiet
durch Waldrodung und Zersiedlung immer weiter eingeschränkt und zerstückelt wird. Die zahlenmäßig größten Populationen
finden sich heute im Amazonasbecken.

Ozelots finden sich in verschiedenen Lebensräumen, darunter Tropische Regen-, Mangroven- und trockene Gebirgswälder
bis in 1200 Meter Höhe. Seltener finden sie sich auch in buschbestandenen Savannen. Allzu offene Gebiete meiden sie
jedoch, da sie für ihren Jagderfolg und als Rückzugsplätze auf dichtere Vegetation angewiesen sind.
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Aktivitätszeit und Sozialverhalten

Ozelots sind generell nachtaktive Einzelgänger. Bei bedecktem Himmel oder niedrigeren Temperaturen können sie sich
auch manchmal tagsüber auf Nahrungssuche begeben, meist verbringen sie den Tag jedoch schlafend an geschützten Orten.
Das können Baumhöhlen, dichtes Gebüsch oder auch einzelne Äste sein. Die Tiere haben in ihrem Revier meist mehrere
Ruheplätze und benutzen denselben Ort selten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Obwohl Ozelots wie die meisten
Katzen gute Kletterer sind, jagen sie vorwiegend am Boden. Im Bedarfsfall können sie auch gut schwimmen.
Bild quelle : Emmanuel Keller
Die Reviergröße ist variabel und hängt unter anderem vom Geschlecht und vom Lebensraum ab: die Territorien der
Männchen sind in der Regel deutlich größer als die der Weibchen, darüber hinaus ist in nahrungsreichen Regionen
die Reviergröße kleiner. Die Werte für die Reviergröße variieren zwischen 2 und 31 Quadratkilometern, meist halten
sich die Tiere aber im Kerngebiet ihres Reviers auf, das mit 2 bis 10 Quadratkilometern deutlich kleiner ist. Das
Territorium eines Männchens überlappt sich mit dem mehrerer Weibchen, hingegen überschneiden sich die Reviere mit
denen gleichgeschlechtlicher Artgenossen weder bei Männchen noch bei Weibchen. Die einzige Ausnahme von dieser Regel
sind heranwachsende Tiere, die noch eine Weile im Territorium der Mutter geduldet werden.

Die Markierung von Wanderrouten und Reviergrenzen und auch der Kontakt zu Artgenossen geschieht über optische und
geruchliche Marken. Ozelots bringen Kratzspuren an Baumstämmen an, markieren Objekte mit ihrem Urin und setzen an
auffälligen Orten ihren Kot ab. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen werden die Reviergrenzen vehement
verteidigt, dabei kann es auch zu Kämpfen kommen.
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Nahrung

Ozelots unternehmen vorwiegend nächtliche Streifzüge durch ihr Revier, in deren Verlauf sie pro Nacht mehrere
Kilometer zurücklegen und ihre Beutetiere jagen. Die Nahrung der Ozelots besteht in erster Linie aus Wirbeltieren;
dabei bevorzugen sie Beute mit weniger als ein Kilogramm Körpergewicht. An Säugetieren jagen sie unter anderem
Nagetiere wie Stachelratten, Neuweltmäuse und Baumstachler, Beutelratten und Baumwollschwanzkaninchen; zu den
größeren Tieren, die sie manchmal erlegen, zählen beispielsweise Nasenbären, Brüllaffen, Faultiere, Tamanduas
und Spießhirsche. Aber auch Vögel (zum Beispiel Hokko- und Steißhühner), Reptilien (wie Leguane, Schildkröten
und Schlangen), Amphibien und Fische stehen auf ihrem Speiseplan. In geringem Ausmaß verzehren sie auch wirbellose
Tiere wie Krabben und Insekten.
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Fortpflanzung

In den nördlichsten und südlichsten Bereichen des Verbreitungsgebietes erfolgt die Paarung jeweils im Herbst, in den
Tropen gibt es wahrscheinlich keine feste Zeit für die Paarung. Die einzelgängerischen Tiere kommen nur zu diesem
Zweck zusammen und gehen nach erfolgreicher Befruchtung wieder getrennte Wege. Der Östrus dauert rund sieben bis
zehn Tage, zumindest in den wärmeren Regionen ihres Verbreitungsgebietes sind Ozelots polyöstrisch, es kann also
mehrere Sexualzyklen pro Jahr geben.Nach einer Tragzeit von etwa 79 bis 85 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei
(selten auch drei) Junge zur Welt.

Zur Geburt und für die ersten Wochen der Jungenaufzucht errichtet das Weibchen ein Nest, das in einem hohlen
Baumstamm, in einer Felsspalte oder kleinen Höhle oder in dichter Vegetation gelegen sein kann. Die Jungenaufzucht
ist alleinige Aufgabe des Weibchens, das Männchen beteiligt sich nicht daran.

Jungtiere wiegen bei der Geburt rund 200 bis 280 Gramm und sind rund 23 bis 25 Zentimeter lang. Mit rund 14 Tagen
öffnen sich ihre Augen, mit drei Wochen beginnen sie zu gehen. Mit rund vier bis sechs Wochen verlassen sie erstmals
ihr Nest und begleiten die Mutter bei ihren Jagden, mit acht Wochen nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich.
Endgültig abgesetzt werden sie nach dem dritten Lebensmonat.

Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit rund 18 bis 22 Monaten, bei Männchen mit rund 30 Monaten ein. Die Mutter
duldet die heranwachsenden Tiere bis zum Alter von rund zwei bis drei Jahren in ihrem Revier, danach müssen sie sich
ein eigenes Revier etablieren.
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Lebenserwartung und Bedrohungen

Die Lebenserwartung in freier Wildbahn wird auf rund zehn Jahre geschätzt, in menschlicher Obhut können sie ein
Alter von über zwanzig Jahren erreichen. Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem Riesenschlangen, Pumas,
Jaguare und Harpyien.

Die größte Bedrohung für die Ozelots ist aber der Mensch. Neben der Bejagung und der Zerstörung des Lebensraums
stellen auch Verkehrsunfälle in dichter besiedelten Regionen in zunehmendem Maße Gefahren für diese Tiere dar.
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Systematik

Der Ozelot ist eine der je nach systematischer Auffassung sieben bis neun Arten der Gattung der Pardelkatzen
(Leopardus − die wissenschaftliche Bezeichnung hat aber nichts mit dem auf deutsch Leopard genannten Tier zu tun),
seine engsten Verwandten sind die Tiger- oder Ozelotkatze (L. tigrinus) und die Langschwanzkatze oder Margay
(L. wiedii). In menschlicher Gefangenschaft sind Hybriden zwischen dem Ozelot und der Langschwanzkatze, der Tigerkatze,
der Kleinfleckkatze, der Chilenischen Waldkatze und sogar dem Puma bekannt, in freier Natur dürfte es hingegen zu
keinen Kreuzungen kommen.

Die Beziehung der Pardelkatzen zu den übrigen Katzen sind, wie so vieles in der Systematik der Katzen, noch nicht
zweifelsfrei geklärt. Manche, insbesondere ältere Systematiken gliedern fast alle Katzen in die Gattung Felis ein,
sodass sich auch manchmal Felis pardalis als wissenschaftliche Bezeichnung für den Ozelot findet.
Es werden insgesamt zehn Unterarten des Ozelots unterschieden, die sich vorwiegend im Bereich der Fellfärbung
voneinander abheben:
Bild quelle : Emmanuel Keller
    * Leopardus pardalis albescens ist in Texas und dem nordöstlichen Mexiko beheimatet.
    * Leopardus pardalis sonoriensis lebt im nordwestlichen Mexiko.
    * Leopardus pardalis nelsoni lebt im südlichen Mexiko.
    * Leopardus pardalis pardalis ist von Mexiko bis Honduras verbreitet.
    * Leopardus pardalis aequatorialis lebt im südlichen Mittelamerika und dem nordwestlichen Südamerika.
    * Leopardus pardalis pseudopardalis bewohnt das nördliche Südamerika (Kolumbien, Venezuela).
    * Leopardus pardalis puseaus ist in Ecuador beheimatet.
    * Leopardus pardalis melanura bewohnt das Amazonasbecken.
    * Leopardus pardalis mitis ist vom mittleren Brasilien bis in das nördliche Argentinien verbreitet.
    * Leopardus pardalis steinbachi bewohnt ein kleines Gebiet in Bolivien.
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Ozelot und Mensch

Ozelotfell – Ozelots zählten früher zu den am stärksten von der Pelzjagd in Mitleidenschaft gezogenen Katzen
Der Name „Ozelot“ leitet sich vom Nahuatl-Wort ocelotl ab, wobei diese Bezeichnung allerdings vermutlich
ursprünglich den Jaguar meinte. Das Tier taucht in der Mythologie der Azteken auf, so wird das erste mythische
Zeitalter der aztekischen Eschatologie als nahui-ocelotl (Vier-Jaguare) bezeichnet, auch im Azteken-Kalender
existiert ein Tageszeichen namens ocelotl. Die Krallen und das Ozelotfell wurden als zeremonielle Tracht verwendet,
Darstellungen des Gottes Quetzalcoatl zeigen ihn mit Ohrringen aus Ozelot-Krallen.

In Europa ist der Ozelot vor allem wegen seines Fells bekannt, das in großem Ausmaß in der Kürschnerei verarbeitet
wurde. Ozelots zählten zu den am stärksten von der Pelzjagd in Mitleidenschaft gezogenen Katzen, zwischen den 1960er-
und der Mitte der 1970er-Jahre wurden jährlich bis zu 200.000 Tiere aus diesem Grund getötet. Eine weitere Bedrohung
stellte die Jagd zur Nutzung als Heimtiere dar. Dabei wurde die Mutter mit Knüppeln getötet, um ihr Fell nicht zu
beschädigen, die Jungtiere wurden eingesammelt und als Heimtiere verkauft und zum Großteil unter nicht artgerechten
Bedingungen gehalten. Beide Praktiken sind auf ein unbedeutendes Maß zurückgegangen, nachdem die Art in den
meisten Ländern ihres Verbreitungsgebietes geschützt und auch in das internationale Washingtoner Artenschutz-
Übereinkommen (CITES) aufgenommen wurde. Dieses Abkommen verbietet jeglichen Handel mit Produkten, die aus
Ozelot hergestellt wurden, was auch private Käufe und Verkäufe gebrauchter Gegenstände einschließt. Laut IUCN
gibt es aber immer noch einen illegalen Handel mit Fellen und Heimtieren.

Die größte Bedrohung heute stellt die Zerstörung des Lebensraums der Ozelots dar. Aufgrund ihres Bedarfs an
schützender Vegetation und ihrer eher niedrigen Fortpflanzungsrate reagieren die Tiere sehr empfindlich auf
Veränderungen der Umwelt. Aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes zählt die IUCN sie noch nicht zu den
bedrohten Arten. Schätzungen der Gesamtpopulation belaufen sich auf mehr als 50.000 Tiere, die Zahl ist allerdings
im Rückgang begriffen. Besonderes Augenmerk verdient die Unterart L. p. albescens, die nur im südlichen Texas und
im nordöstlichen Mexiko vorkommt und deren Gesamtpopulation auf weniger als 250 Tiere geschätzt wird. Verkehrsunfälle
stellen heute die Hauptbedrohung dieser Unterart dar.
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