:: Der Leopard

Der Leopard (Panthera pardus)
Update : 29.04.2024 02:26:04
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Textquelle : Wikipedia und Leopardenland 
 
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Der Leopard (Panthera pardus) ist eine Art innerhalb der Familie der Katzen, die in Afrika und
Asien verbreitet ist. Im Kaukasus kommt sie darüber hinaus auch am äußersten Rande Europas vor.
 Der Leopard ist nach Tiger, Löwe und Jaguar die viertgrößte Großkatze.
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KörperlängeBeim Männchen :  100 - 180 cmBeim Weibchen :   90 - 175 cm
SchwanzlängeBeim Männchen :   60 - 120 cmBeim Weibchen :   60 - 100 cm
SchulterhöheBeim Männchen :   35 - 82 cmBeim Weibchen :   30 - 76 cm
BreiteBeim Männchen :   23 - 37 cmBeim Weibchen :   26 - 35 cm
Länge der KrallenBeim Männchen :   4 - 6 cmBeim Weibchen :   4 - 5 cm
Länge der ZähneBeim Männchen :   4 - 6 cmBeim Weibchen :   3 - 5 cm
GewichtBeim Männchen :   23 - 155 kgBeim Weibchen :   23 - 140 kg
Beißkraf Bei 85kg cm² [Newton]   3177cm² [kg]   324
Schlagkraft Bei 85Kg cm² [Newton]   8502.36cm² [kg]   867
Alter Alter in Freierwildbahn : 15 Jahre*Alter in Zoo : 25 Jahre*
Paarungsbereit nach Bei Männchen 2,5 Jahre*Bei Weibchen 3 Jahre*
Geschwindigkeit :  67Km/h
 
Der Bestandt : 199.973 bis 250.530 Tiere*
Der Bestandt : ca über 200.000 Tiere in Gefangenschaft .
Der Status : Bedroht !


Die Wissenschaftlichen Namen ...
Panthera pardus pardus / Panthera pardus puella
Panthera pardus adusta / Panthera pardus pernigra
Panthera pardus leopardus / Panthera pardus japonensis
Panthera pardus melanotica / Panthera pardus shortridgei
Panthera pardus nanopardus / Panthera pardus iturensis
Panthera pardus panthera / Panthera pardus chui
Panthera pardus reichenowi / Panthera pardus adersi
Panthera pardus ruwenzorli / Panthera pardus brockmani
Panthera pardus sindica / Panthera pardus antinorii
Panthera pardus suahelica / Panthera pardus orientalis
Panthera pardus ciscaucasia / Panthera pardus millardi
Panthera pardus dathei / Panthera pardus melas
Panthera pardus jarvisi / Panthera pardus melas
Panthera pardus nimr / Panthera pardus kotiya
Panthera pardus saxicolor / Panthera pardus kotiya
Panthera pardus tulliana / Panthera pardus kotiya
 Panthera pardus delacouri   /   Panthera pardus fusica
 
Merkmale

Maße und Gewicht des Leoparden sind innerhalb des großen Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich.
Generell sind waldbewohnende Leoparden meist kleiner und gedrungener, die der offenen Lebensräume in
der Regel schlanker und größer. Der Leopard wird 90–190 cm lang, den 60–110 cm langen Schwanz nicht
mitgerechnet. Männliche Leoparden wiegen etwa 40–90 kg und haben eine Schulterhöhe von 70–80 cm.
Weibchen sind etwa halb so groß und wiegen nur etwa 30–60 kg. Kleine Weibchen messen nur 45 cm an
 der Schulter. In der Kapregion in Südafrika wiegen Leoparden oft nur 20–30 kg.
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Fellzeichnung

Die Fellzeichnung ist je nach Unterart oft sehr verschieden, aber auch innerhalb eines Gebietes treten
individuelle Unterschiede auf. Fast immer zeigt das Fell Rosetten, die besonders in Längsrichtung des
Rückens reihenförmig angeordnet sind. An der Brust und am unteren Hals findet man häufig statt
nebeneinander stehender Rosetten Erdbeerflecken, die in einer Richtung angeordnet sind und wie Halsbänder
wirken. An der Oberseite des langen Schwanzes setzen sich die Rosetten entlang der Mittellinie fort.
Zum Schwanzende werden die Rosetten immer weniger ausgeprägt, können aber manchmal noch zu mehreren
Querringen verschmelzen. Die Schwanzunterseite ist allerdings zum Ende hin sehr hell bis weiß. Der
Bauch und die oberen Beininnenseiten sind ebenfalls frei von Rosetten und weiß, gelblich-weiß oder
in grau übergehend gefärbt. Weiter zu den Pranken hin sind Vollflecken zu finden, die nach unten zu
immer kleiner werden. Am Kopf und oberen Hals und Nacken sind ebenfalls nur schwarze Vollflecken
 vorhanden. Waldleoparden sind im Allgemeinen intensiver gefärbt als Leoparden offener Landschaften.
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Schwarze Panther - schwarzer Leopard / Jaguar

In großen Höhenlagen und im Regenwald findet man gar nicht allzu selten Schwärzlinge, die auch Schwarzer
Panther genannt werden. Die Ausprägung des schwarzen Fells ist erblich und wird über ein einziges Gen
(monogenetisch) rezessiv vererbt. Damit kann die Erbanlage auch bei einem normal gefleckten Leoparden
 vorhanden sein, oder es können in einem Wurf Schwärzlinge neben normal gefärbten Jungtieren vorkommen.
Bild quelle : Emmanuel Keller
Bei schräg einfallendem Licht kann man jedoch auch bei schwarzen Leoparden die typischen Rosetten erkennen.
In einigen Gebieten, etwa auf der Malaiischen Halbinsel sind bis zu 50 Prozent aller Leoparden schwarz.
 In Afrika scheinen Schwärzlinge am häufigsten im Äthiopischen Bergland aufzutreten.
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Sinnesorgane

Die Ohren sind gerundet. Der Gehörsinn ist ausgezeichnet entwickelt. Leoparden können sehr hohe, für
Menschen nicht mehr hörbare Frequenzen bis zu 45.000 Hertz wahrnehmen. Die Augen sind nach vorn gerichtet
und weisen eine breite Überschneidung der Sehfelder auf. Das ermöglicht ihnen ein ausgezeichnetes räumliches
Sehen. Bei Tag entspricht das Sehvermögen eines Leoparden in etwa dem eines Menschen, in der Nacht verfügt
der Leopard jedoch über ein fünf- bis sechsfach besseres Sehvermögen: Leoparden können die runde Pupille
sehr weit öffnen, sodass selbst schwaches Licht ins Auge gelangen kann; weiterhin besitzen Leoparden wie
alle Katzen eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, das sogenannte Tapetum lucidum, das durch
Rückspiegelung die Lichtausbeute steigert. Auch der Geruchssinn ist hervorragend ausgeprägt.Verbreitungsgebiet,
 Lebensraum und Bestandsverhältnisse
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Heutiges Vorkommen in der alten Welt (Stand 2006)

Der Leopard war in geschichtlicher Zeit über ganz Afrika beiderseits der Sahara sowie über große Teile
Asiens verbreitet. In Afrika lebt er sowohl in den zentralen Regenwäldern als auch in den Gebirgen, Savannen
und Halbwüsten von Marokko bis zum Kap der guten Hoffnung. Lediglich die großen, wasserlosen Wüsten meidet der
Leopard und fehlt daher naturgemäß in der Sahara und den trockensten Regionen der Namib. In Asien bewohnt er
die Nadelwälder am Amur ebenso wie die Tropen Indiens und Südostasiens. Hier dringt er im Südwesten bis auf
die Arabische Halbinsel, nach Israel und Anatolien vor und im Südosten bis auf die Insel Java. Er fehlt
allerdings auf Sumatra und Borneo, sowie in den wasserlosen Kernwüsten Asiens, wie etwa der Rub al-Chali.
Fossilfunde zeigen jedoch, dass der Leopard einst auch Sumatra bewohnt hat. Die Nordgrenze des asiatischen
Verbreitungsgebietes verläuft heute vom Kaukasus über Nordpersien, Afghanistan und Kaschmir, entlang des
Himalaya bis zum Amurfluß in Ostsibirien. In vorgeschichtlicher Zeit gab es Leoparden auch in Mitteleuropa.
Hier verschwanden sie aber bereits am Ende der Eiszeit. Der Leopard hat von allen fünf Großkatzen das größte
Verbreitungsgebiet.In vielen Gegenden sind Leoparden heute allerdings ausgestorben. Hierzu zählen Marokko, die
Sinaihalbinsel und die Insel Sansibar. In anderen Regionen, wie dem Kaukasus und der Amurregion ist ein
Aussterben wohl kaum noch zu verhindern. Auf der arabischen Halbinsel gibt es noch geschätzte zwanzig
freilebende Individuen. Ähnlich gering sind die Bestandszahlen in Anatolien und Palästina. Im Kaukasus
überleben nach Schätzungen des WWF noch knapp 50 Individuen, deren Schutz derzeit Objekt großer Bemühungen
ist. Im Iran und in Turkmenistan leben nur wenige hundert Exemplare des Persischen Leoparden, in Pakistan
und Bangladesh sind Leoparden heute ebenfalls sehr selten. In China gibt es Leoparden fast nur noch in
isolierten Restbeständen. In Indien leben dagegen Schätzungen zufolge noch etwa 14.000 Leoparden. Die
meisten Leoparden leben heute in Afrika, südlich der Sahara. Hier wird die Zahl der Leoparden auf etwa
700.000 geschätzt, von denen 226.000 allein in der Demokratischen Republik Kongo leben sollen. Diese hohen
Zahlen werden allerdings von einigen Fachleuten in Frage gestellt. Eine niedrigere Schätzung ergab nur
 etwa 233.000 wildlebende Leoparden in Afrika.
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Systematik

Der Leopard gehört zur Gattung Panthera. Genetischen Untersuchungen zufolge sind seine nächsten
Verwandten der Jaguar und der Löwe. Vor etwa 1,9 Millionen Jahren spaltete sich die Jaguar-Linie
von Löwe und Leopard ab, die sich erst vor 1 bis 1,25 Millionen Jahren voneinander trennten. Der
Schneeleopard wurde ursprünglich meist an der Basis der Gattung Panthera gesehen, neuere
molekulargenetische Untersuchungen legen jedoch nahe, dass er möglicherweise sogar die Schwesterart
des Leoparden sein könnte. Ursprünglich wurden vor allem anhand der Fellfärbung 27 Unterarten des
Leoparden beschrieben. Genetische Studien zeigen jedoch, dass sich alle asiatischen Leoparden auf
acht Unterarten zurückführen lassen. Die afrikanischen Leoparden lassen sich in einer einzigen
lebenden Unterart (Panthera pardus pardus) zusammenfassen, allerdings besteht hier noch etwas mehr
Unsicherheit. Die folgende Liste gibt die derzeit von der IUCN als relativ gesichert anerkannten
 Unterarten und deren Gefährdung wieder.
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Verhalten und Ernährung

Was Leoparden fressen, richtet sich in erster Linie nach dem Nahrungsangebot des jeweiligen
Lebensraumes. So haben Leoparden ein außerordentlich breites Beutespektrum, das von Käfern über
Reptilien bis hin zu Vögeln und Großsäugern reicht. Wenn irgendwie möglich, versuchen Leoparden
aber, Säugetiere im Gewicht von 30 bis 50 Kilogramm zu erbeuten. Meist handelt es sich dabei um
 mittelgroße Huftiere. Je nach Region sind seine Hauptbeutetiere Hirsche wie Axishirsch und
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Sikahirsch oder Antilopenarten wie Sasins, Schirrantilope oder Impala. Einen relativ großen
Teil seiner Nahrung machen kleinere Raubtiere wie Mangusten oder Schakale aus. Er wagt sich aber
auch an so wehrhafte Tiere wie Wildschweine, Buschschweine, Stachelschweine und Paviane, die er
normalerweise im Schutze der Nacht überfällt. Zebras sind als Beute bereits zu groß, aber
 gelegentlich reißt er ein unvorsichtiges Fohlen dieser Einhufer.
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Jagdweise

Meist werden Leoparden als nächtliche Jäger angesehen, doch wurde bisher keine generelle Vorliebe
für bestimmte Jagdzeiten gefunden. Der Zeitpunkt einer Jagd hängt wohl mit der Verfügbarkeit der
Beutetiere in seinem Jagdrevier zusammen. Grundsätzlich kann man bei Leoparden zwei prinzipiell
verschiedene Jagdweisen beobachten. Die Anschleichjagd und die eher passive Lauerjagd. Anschleichjagden
gehören zu den häufigsten Jagdmethoden des Leoparden. Leoparden sind zwar schnell im Antritt und
überwinden mit wenigen Sätzen etliche Meter, doch schon auf mittleren Distanzen sind ihnen die meisten
Beutetiere an Geschwindigkeit überlegen. Die Katze versucht daher so nahe wie möglich unbemerkt an ihr
Opfer heranzukommen, um den Abstand vor dem Angriff zu verkürzen. Bei der Anschleichjagd erbringen
Leoparden oft enorme Leistungen. In der Kalahari und anderen kargen Wüstengegenden müssen sie sich
über enorme Strecken fast ohne Deckung an ihre Opfer heranschleichen. Die reine Lauerjagd, bei der
der Jäger auf sein Opfer wartet, ist bei Leoparden ebenfalls eine häufig zu beobachtende Jagdmethode.
Leoparden, die den Tag auf Bäumen verbringen, benutzen diese oft als erhöhten Ansitz. Mit bemerkenswerter
Geduld lassen sie Herden grasender Tiere in geeigneter Größe an sich oder gelegentlich direkt unter
ihrem Ausguck vorbeiziehen oder auf sich zu weiden. Wenn der Ast, auf dem der Leopard ruht, nicht zu
hoch ist, kann er direkt von oben auf seine Beute springen. Meistens verlässt er aber vor dem eigentlichen
Angriff den Baum. Er klettert dazu vorsichtig an der für das auserwählte Opfer nicht sichtbaren Seite des
Baumstammes herab und sucht Deckung hinter dem Stamm oder - wenn vorhanden hinter anderer dichter
Vegetation. Dabei können sie nach sehr langer Wartezeit auf einem Ast des Baumes noch einmal dieselbe
Zeit am Fuß des Baumes zubringen, um auf solche Tiere zu warten, die sie von oben über längere Zeit bei
der Annäherung zu dem betreffenden Baum beobachtet haben.Es liegen keine Beobachtungen oder Berichte
darüber vor, ob Leoparden sich ihre Opfer bereits zu Beginn der Anschleich- oder auch Ansitzjagd
auswählen oder ob sie es mehr dem Zufall überlassen, welches Tier einer Gruppe sie töten wollen.
Gelegentlich stöbert der Räuber seine Beute auch einfach beim Umherstreifen im Revier auf und überrascht
sie. Abseits liegende Kitze von Hornträgern oder sich reglos an den Boden drückende Hasen werden oft rein
durch Zufall im Vorübergehen entdeckt, und nicht gezielt angeschlichen. Leoparden nehmen auch mit Aas
 vorlieb oder vertreiben schwächere Raubtiere, wie Geparden, von ihrem Riss.
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Beutesicherung

Manchmal wird dem Leoparden seine selbst erlegte Beute von Löwen oder Tüpfelhyänen abgenommen, die
meist durch Geier aufmerksam werden. Daher versucht er seine Beute in der Regel in ein schützendes
Dickicht zu zerren oder sie auf einen Baum zu bringen. Er frisst den Riss von der Unterseite her an,
bis schließlich nur noch Kopf, Hals und Rücken vorhanden sind. Nach dem Mahl bedeckt er seine
Beutereste, wenn sie am Boden liegen, mit Gras, Zweigen oder Laub, indem er dieses bedeckende Material
 mit allen vier Beinen darüber scharrt.
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Fortbewegung

Die normale Fortbewegungsart ist der Schritt im typischen Kreuzgang. Bei dieser Gangart werden die
einander diagonal gegenüber liegenden Beine gleichzeitig angehoben und wieder aufgesetzt. In dieser
Fortbewegungsart können Leoparden große Strecken zurücklegen. Schneller ist der Trab, mit dem Leoparden
kurze Strecken zurücklegen. Bei der Anschleichjagd kann es vorkommen, dass die ersten 10 bis 30 Meter
im Trab zurückgelegt werden, wobei der Körper sich zunehmend mehr duckt. Hier spricht man auch vom
Schleichlauf. Auf der Jagd wird dieser Schleichlauf dann durch das Schleichkriechen abgelöst, bei dem
der Bauch schon fast den Boden berührt und ein ganz langsamer Schritt eingehalten wird, der in jeder
Phase unterbrochen werden kann. Das geschieht meistens dann, wenn das angeschlichene Beutetier
aufmerksam wird. Der Leopard bleibt in dieser Position, bis die Wachsamkeit des Opfers nachlässt und
er weiter schleichen kann. Im Sprint kann ein Leopard mehr als 60 km/h erreichen. Der ist vor allem in
der Endphase einer Jagd zu beobachten; so benutzt er für die letzten Meter nach dem Anschleichen oder
aus dem Ansitz heraus die raumgreifenden Sprünge, bei denen er meistens mit beiden Hinterbeinen
zugleich losspringt. Mit so hoher Geschwindigkeit können Leoparden allerdings nur kurze Strecken
überwinden. Eine besondere Fortbewegungsart ist das Erklettern von Bäumen und das Umherklettern auf
Ästen verschiedenster Dicke innerhalb der Baumkrone. Beim Erklettern des Baumes werden die Krallen,
die normalerweise eingezogen sind, ausgefahren und fixieren den schweren Leopardenkörper selbst an
einem glatten, senkrechten, dicken Stamm, indem sie tief in die Rinde eindringen. Ein steiler Baum
wird in Sprüngen bezwungen. Die Vorderbeine werden weit gespreizt und können dicke Stämme so geradezu
umarmen. Häufig macht der Leopard gerade vom Boden aus einen besonders großen Sprung nach oben, der
schon den Schwung für die weiteren Sprünge liefert. Beim Absteigen von einem Baum geht der Leopard so
lange vorwärts wie die Äste oder Stämme nicht ganz senkrecht sind. Bei wirklich steilen Bäumen, die
keinerlei Halt geben, erfolgt der Abstieg so lange rückwärts, bis ein Abstand vom Erdboden erreicht
ist, den der Leopard springend überwinden kann. Dazu dreht er sich am Baumstamm um, macht eventuell
noch einen Abstieg von ein bis zwei Metern und springt dann aus zwei bis vier Metern Höhe herunter.
Leoparden sind auch gute Schwimmer. Es wurden Leoparden beobachtet, die den Tag auf einer Insel in
 einem Fluss verbrachten und zur Jagd zurück ans Ufer schwammen.
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Territorialverhalten

Leoparden sind typische Einzelgänger. Die Streifgebiete benachbarter Leopardinnen überlappen sich teilweise
erheblich. Die viel größeren Streifgebiete männlicher Leoparden können sich mit denen mehrerer Weibchen
überschneiden. Nach einer Studie im Krüger-Nationalpark beanspruchen Männchen je nach Beutetierdichte etwa
16–96 Quadratkilometer und Weibchen 5–30 Quadratkilometer . In sehr kargen, beutearmen Regionen können die
Streifgebiete auch um einiges größer sein. Das Territorium wird markiert und gegen gleichgeschlechtliche
Artgenossen unter Drohverhalten und notfalls im territorialen Kampfverhalten verteidigt. Ein Territoriumsinhaber
kann sich das Privileg des Zugangs zu Sexualpartnern, aber auch zu Nahrungsquellen, Wasserstellen,
Schattenplätzen und Deckungsmöglichkeiten sichern. In erster Linie markieren Leoparden ihr Revier durch Urin
und Kot, aber auch akustisch durch ihr charakteristisches Sägen - ein Laut, der an Holzsägen erinnert.
Darüber hinaus kennzeichnen sie die Reviergrenzen auch optisch durch Kratzspuren an Bäumen oder am Boden.
Die Markierung hat einerseits die Funktion, Artgenossen fernzuhalten und andere Tiere über die Anwesenheit
des Territoriumsinhabers zu informieren, andererseits dient sie aber auch der Strukturierung des Streifgebiets.
 Geruchliches Markieren erleichtert dort das Zurechtfinden.
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Fortpflanzung

An wenigen Tagen duldet ein weiblicher einen männlichen Leoparden in seiner Umgebung: wenn sie im Östrus
und somit 6-9 Tage lang zur Paarung bereit ist. Dann durchstreift sie mit großer Unruhe vor allem das Kerngebiet
ihres Streifgebietes und markiert unzählige auffällige Stellen wie Bäume, Felsen, Felsbrocken, Büsche und
Grasbüschel mit Urin und kratzt mit ihren Hinterläufen am Boden. Mit diesen Duftmarken und visuellen Hinweisen
lockt sie den männlichen Leoparden des Territoriums an. Nicht selten wälzen sich paarungswillige Leopardinnen
in den Harnstellen männlicher Leoparden. Sie rollen sich dann auf diesen Duftmarken im Gras hin und her und
versuchen, möglichst viel Fell damit in Berührung zu bringen. Die Bezeichnung Rolligkeit für dieses Verhalten
ist sehr treffend. Die beiden bleiben 8-9 Tage lang zusammen und paaren sich wiederholt. Während dieser Zeit
 jagen sie auch zusammen und teilen sich mitunter auch die Beute. Wird die Leopardin in diesen Tagen nicht
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trächtig, wiederholt sich ihr Östrus 25-29 Tage später. Nach einer Tragzeit von 90-112 Tage bringt sie zwei
bis vier Jungen zur Welt, die je etwa 500 g wiegen . Eine feste Geburtensaison ist bei Leoparden in Ostafrika
und in den Waldgebieten nicht bekannt. Im Krüger Nationalpark fallen die Geburten der Leoparden meist zusammen
mit der Geburtenhäufung der Impala-Antilopen, die dort die wichtigste Beute der Leoparden sind. Als Geburtsort
dienen unzugängliche Verstecke. In weiten Teilen Afrikas sind das Höhlen in Felsen, aufeinander liegende Felsblöcke,
buschbestandene Bodenvertiefungen oder Strauchdickichte. Solche Plätze und ihre Umgebung dienen dann später auch
 der Jungenaufzucht. Im Wald lebende Leoparden benutzen zur Aufzucht oft ausgehöhlte Baumstämme.
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Aufzucht der Jungen

Gelegentlich wurde beobachtet, dass männliche Leoparden auch nach der Paarung bei ihrer Partnerin blieben und
sich sogar an der Aufzucht der Jungen beteiligten. Doch in der Regel kümmern sich nur die Mütter um ihre Jungen.
Leoparden beginnen durchschnittlich im Alter von 2-3 Monaten Fleisch zu fressen. Sie sind dann durchaus schon in
der Lage, der Mutter ein paar hundert Meter hinterherzulaufen, doch manchmal bringt auch in diesem Alter die
Mutter den Riss noch zu den Jungen. Junge Leoparden verlassen ihre Mütter im Durchschnitt zwischen 13 und 18
Monaten, männliche meist früher als weibliche Jungtiere. Die Lösung des Mutter-Kind-Verhältnisses erfolgt erst,
nachdem die Jungtiere in der Nahrungsversorgung unabhängig geworden sind. Im Allgemeinen bleiben junge Leoparden
noch für unterschiedlich lange Zeit im Streifgebiet der Mutter. Weiblicher Nachwuchs kann sogar das eigene
Streifgebiet in der Nachbarschaft zu dem der Mutter mit mehr oder weniger großer Überlappung lebenslänglich
 etablieren. Männliche Jungleoparden pflegen auch in weite Entfernungen auszuwandern
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Der Leopard und der Mensch

Berührungspunkte zwischen Leopard und Menschen gab es bereits in der Frühzeit der Menschwerdung. Schon in der
Olduvai-Schlucht in Nord-Tansania wurden während umfangreicher Ausgrabungen Skelette von Leoparden neben denen
von Frühmenschen gefunden. Nach anthropologischen Forschungen ist es durchaus wahrscheinlich, dass diese
Vorfahren der heutigen Menschen ihren Fleischbedarf als marginale Aasfresser deckten. Sie ernährten sich von
den Resten der Beute aller Raubtiere sowie auch von verendet aufgefundenen Tieren. Sie nahmen dabei wohl auch
dem Leoparden seine Beute ab. Da er ein Einzeljäger ist, dürfte es wesentlich leichter gewesen sein, einen Leoparden
von seinem Riss zu vertreiben als ein Löwenrudel von seiner Beute. Leoparden als Haustiere von Giuliano de’
Medici, Fresko von Benozzo Gozzoli (15. Jahrhundert) Seit 186 v. Chr. wurden Leoparden meist aus Afrika und
Kleinasien für Venationen und Tierkämpfe nach Rom geliefert. Die Leopardenjagd wurde bereits von Homer
beschrieben. Zum Fang dienten Fallgruben und Giftpfeile. Gezähmte Leoparden kannte man in Indien, in den
Diadochenstaaten und am römischen Kaiserhof. In den letzten Jahrhunderten waren die Beziehungen zwischen Leopard
und Mensch überwiegend durch die wirtschaftlichen Interessen des Menschen bestimmt. Einmal gefährdete der Leopard
die Haustiere und man hielt ihn sogar für einen gefährlichen menschenfressenden Nachbarn, dann war sein Pelz ein
begehrenswertes Handelsobjekt für luxuriöse Kleidung. Schließlich war die Sportjagd überseeischer Großwildjäger
eine Einnahmequelle für die Landeigner, in deren Regionen Leoparden vorkamen. Erst in den letzten Jahrzehnten des
20. Jahrhunderts begann man die außerordentliche Ästhetik dieser eleganten, geschmeidigen Großkatze zu würdigen.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts interessieren sich inzwischen viele Menschen mehr für die faszinierende Lebensweise
und die Eleganz des Leoparden, als für dessen Abschuss aus Mode- oder Statusgründen. So gehört er zum Beispiel zu
 den Big Five, den fünf Hauptattraktionen einer Afrika-Safari.
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Der Schutz der Leoparden

Nachdem durch das Artenschutzabkommen der Fellhandel unter Kontrolle gekommen ist und sich das
Modebewusstsein gewandelt hat, konnte auch die Wilderei auf Leoparden in Afrika deutlich eingedämmt
werden. In vielen afrikanischen Ländern wurden Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung eingeführt, die durchaus
erfolgreich sind. Dagegen hat sich der Druck durch Besiedelung und Zerstörung des Lebensraumes auf
 den Leoparden verstärkt.
Welche Einstellung der einzelne Mensch dem Leoparden gegenüber einnimmt, hängt von seiner persönlichen
Situation ab. So kann der Leopard für den Menschen verteufelter Feind der Haustiere, lockender
Pelzlieferant für exklusive Kleidung, begehrtes Objekt für die Trophäenjagd oder bezauberndes
Mitgeschöpf mit großartigen Lebensgewohnheiten sein. Dorfbewohner in landwirtschaftlich genutzten
Gebieten, in denen Leoparden existieren, sind keine Freunde der gefleckten Katze. Leoparden leben
inzwischen auch gerne in dichtbesiedelten Gebieten. So wurde um 1970 von einer beträchtlichen
Zahl Leoparden berichtet, die in den mit Waldstrecken durchsetzten Vororten von Nairobi lebten.
So ist der anpassungsfähige Leopard heute die häufigste Großkatze und gilt nicht als bedroht.
 Jim Corbett mit dem erlegten Leopard von Rudraprayag, 1925
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Menschenfressende Leoparden

Normalerweise gehen Leoparden dem Menschen aus dem Weg, doch gelegentlich kommt es vor, dass einzelne
Leoparden Menschen töten und auch fressen. Oft handelt es sich bei menschenfressenden Leoparden um
kranke oder altersschwache Tiere, deren Jagdvermögen eingeschränkt ist. Als Menschenfresser berühmt
wurde der Leopard von Rudraprayag in Indien, dem in den Jahren 1916 bis 1925 angeblich über 125 Menschen
zum Opfer fielen, die in seinem Revier auf Pilgerschaft unterwegs waren. Der berühmte Großwildjäger
 Jim Corbett erlegte ihn 1925 . Im Ort Punani auf Sri Lanka tötete 1924 ein Leopard 12 Menschen.
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Leoparden in Mythologie und Kultur

Sowohl in zahlreichen Regionen seines Verbreitungsgebiets als auch weit darüber hinaus hat der Leopard
die Vorstellungskraft des Menschen bewegt mal als Symbol von Eleganz und Kraft, mal als Zeichen von
Sünde und Wollust. Durch seine Ausstrahlung von Stärke, Gerissenheit und Mut wurde er in vielen Kulturen
zum Symbol für Krieger und Herrscher - noch heute gilt etwa in Benin das Leopardenfell vielerorts als
Kennzeichen des Häuptlings. Besonders stark war die Verbindung zum Leopard bei den Dahomey, deren Könige
sich auf eine Vereinigung zwischen einem Menschen und einer Leopardin zurückführten; das Volk bezeichnete
sich selbst daher manchmal als „Leopardenkinder“. Bei den Ibo herrschte der Glaube, dass die Besten der
Gesellschaft als Elefanten oder Leoparden wiedergeboren werden. Griechisches Leopardenrelief, beim
Apollotempel von Thasos, um 640 v. Chr. Dionysos reitet auf einem Leoparden, in Süditalien gefundener
griechischer Krater, um 370 v. Chr. Die Ägyptische Mythologie stellt den Gott Osiris mit einem Leopardenfell
bekleidet dar; der Leopard war ihm und seinen Priestern als Attribut zugeordnet. Eine prominente Stellung
hat der Leopard auch im Judentum - einer Legende gemäß erhielten die beiden ersten Menschen Adam und Eva
nach dem Sündenfall einen Schurz aus Leopardenfell, der später in die Hände des Jägers Nimrod gelangte.
Dieser nutzte es, um bei Gefahr wilde Tiere zur Hilfe zu rufen und galt daher auch als Leopardenzähmer
(nimr lässt sich mit „Gefleckter“ übersetzen). Im Alten Testament tritt der Leopard ansonsten oft als
gefährliches Raubtier auf, etwa wenn der Prophet Jeremia (Kapitel 5, Vers 6) schreibt: „Darum schlägt
sie ein Löwe aus dem Wald, ein Wolf der Steppen überwältigt sie, ein Leopard lauert an ihren Städten:
jeder, der aus ihnen hinausgeht, wird zerrissen.“ Eine ähnliche Vorstellung findet sich in der utopischen
Vorstellung des Propheten Jesaja (Kapitel 11, Vers 6), die offenbar als Gegenbild der Realität konzipiert
ist: „Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern.“
In chinesischen Fabeln und Märchen wird der Leopard dagegen in positiver Weise als mutig und kriegerisch
charakterisiert, eine Vorstellung, die sich auch in der mittelalterlichen Heraldik finden lässt, wo der
Leopard als auf drei Pfoten laufendes Wappentier mit vorgestreckter Vorderpfote Eingang fand - so findet
man ihn noch heute auf zahlreichen Wappen, darunter dem englischen. Dass sich die kriegerische Symbolik
bis in die Moderne gehalten hat, lässt sich auch daran erkennen, dass der Leopard Namensgeber für eine
Reihe von Kampfpanzern wurde. Lediglich der griechische Philosoph Aristoteles stimmte in diese beinahe
einstimmige Lobpreisung der heroischen Charaktereigenschaften des Leoparden nicht ein: In seinem Werk De
partibus animalium (Über die Teile der Tiere) Band 3 stellt er den Leoparden in eine Reihe mit Hase, Maus,
 Hyäne oder Esel - aus seiner Sicht allesamt Tiere, die durch Ängstlichkeit und Feigheit auffallen.
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Ein Motiv, das die Fantasie des Menschen in Hinblick auf den Leoparden besonders stark bewegt hat, ist
die Fleckung des Felles. Sie hat die Namen anderer Tiere und selbst Pflanzen inspiriert, etwa des Leopardenhais
oder der Leopardenlilie und Fragen nach dem Ursprung der Zeichnung aufkommen lassen. Der englische Schriftsteller
Rudyard Kipling hat zu ihrer „Beantwortung“ eigens eine seiner „Just so stories“ erfunden; nach ihm passte der
Leopard seine Fellmaserung der düsteren Umgebung des Dschungels mit ihrem Gemisch aus Hell und Dunkel willentlich
an. Der Glaube, der Leopard könne seine Gestalt nach Belieben wandeln, ist jedoch älter und tritt meist zusammen
mit der Vorstellung auf, er versuche Menschen in die Irre zu führen und vom richtigen Weg abzubringen. Unwandelbar
erschienen seine Flecken dagegen dem Propheten Jeremia, der sie als Zeichen für die Halsstarrigkeit der Judäer
deutete (Kapitel 13, Vers 23): „Kann ein Schwarzer seine Haut ändern, ein Leopard seine Flecken? [Dann] könntet
auch ihr Gutes tun, die ihr an Bösestun gewöhnt seid.“ Die Verbindung des Leoparden mit dem Bösen ist wahrscheinlich
nicht zufällig - jedenfalls galt er in späteren Zeiten als Ausgeburt der Schande, die Offenbarung des Johannes
bringt ihn sogar in direkten Bezug zum Antichrist (Kapitel 13, Vers 2): „Und ich sah ein Tier aus dem Meer
steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern
lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther.“ Doch Johannes war nicht der erste,
der den Leoparden in solch monströser Form erblickte, bereits der Prophet Daniel hatte eine ähnlich greuliche
Vision des Tieres (Kapitel 7, Vers 6): „und siehe, ein anderes , wie ein Leopard: das hatte vier Vogelflügel
 auf seinem Rücken. Und das Tier hatte vier Köpfe, und Herrschaft
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wurde ihm gegeben

Woher diese Abneigung gegen den Leoparden rührte, ist nicht eindeutig festzustellen. Die Verfolgung der frühen
Christen, die zum Beispiel im römischen Kolosseum mit wilden Tieren, darunter wohl auch Leoparden, kämpfen mussten,
mag zu seinem negativen Bild in der frühen Christenheit beigetragen haben, daneben spielte aber wohl auch die
sexuelle Symbolik eine Rolle - neben Mut und Schläue eine dritte Konstante in der menschlichen Sicht dieses Tieres.
Charles Edward Perugini: Woman with a Floral Wreath in a Leopard Dress, Belle Époque So verleiht das Leopardenfell
seinem Träger bis heute auch den Nimbus männlicher Potenz - schon die Griechen sahen ihren Gott der Fruchtbarkeit
und der sexuellen Ausschweifung, Dionysos, dermaßen gekleidet. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass der
Leopard in Gesellschaften, die mit Sexualität weniger freizügig umgingen, einen schlechten Ruf erhielt; die
Flecken auf seinem Fell wurden so schnell zur „Be-Fleckung“, zum Zeichen der Sünde. Damit im Zusammenhang steht
auch die Herkunft des deutschen Namens, der sich aus dem Griechischen leon für Löwe und pardos für (vermutlich)
Panther zusammensetzt. Er weist darauf hin, dass man den Leoparden als Bastard einer illegitimen Kreuzung der
beiden vorgenannten Tiere sah, eine Auffassung die durch den römischen Naturhistoriker Plinius den Älteren in
seiner Naturalis historia (Band 8, 17) bestätigt wird. Auch damit ließ sich also die Musterung des Felles mit
ihren dunklen Flecken auf hellem Grund erklären, was dem Leoparden zusätzlich den Ruf zweifelhafter Abstammung
 aus einer
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moralisch anrüchigen Verbindung einbrachte

Der italienische Dichter Dante Alighieri griff diese Symbolik in seiner Göttlichen Komödie (Comedia Divina) auf.
Dort verhindert der Leopard neben dem Löwen und dem Wolf den Aufstieg des Dichters zum Gipfel des Lichts (L’inferno
Teil 1, Vers 11): „Sieh, beim Beginn des steilen Weges schier, Bedeckt mit buntgeflecktem Fell die Glieder, Gewandt
und sehr behend ein Panthertier. Nicht wich’s von meinem Angesichte wieder, Und also hemmt es meinen weitern Lauf,
Daß ich mich öfters wandt’ ins Tal hernieder.“ Daher muss er erst mit Vergil als Führer in die Hölle absteigen, bevor
er später das Paradies betreten darf. In dem von allegorischen Anspielungen durchdrungenen Werk Dantes steht der
Leopard mit seinem befleckten Stammbaum für die Wollust, die den Menschen vom Weg zum Göttlichen Licht abbringt. Der
amerikanische Filmregisseur Stanley Kubrick machte sich diese Sichtweise in seinem Science-Fiction-Film 2001 zu eigen,
wandte sie aber auf die Menschheit als Ganzes an. Gleich zu Beginn des Films wird eine Horde von Vormenschen von
einem Leoparden angegriffen, der ein Mitglied der Gruppe tötet; in der folgenden Nacht blickt die Kamera in das kalte
Auge des Raubtiers, das hier symbolisch für die Herrschaft der Natur über den Noch-Nicht-Menschen steht. Dieser wird
erst durch die (im Film durch einen schwarzen Monolithen symbolisierte) Begegnung mit einer höheren Instanz zum
 Menschen. Doch der
Weg zum Licht führt wie bei Dante durch die Hölle des ersten Mordes.
Die beiden in der Figur des Leoparden enthaltenen Aspekte von Macht und Lust greift auch der nach einem Roman des
italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa entstandene Film „Der Leopard“ des italienischen
Filmregisseurs Luchino Visconti auf, der im Sizilien des 19. Jahrhunderts spielt und die politischen und sozialen
Umbrüche in der Zeit der italienischen Einigung mitverfolgt. Der namensgebende Leopard ist hier das Wappentier des
sizilianischen Landadeligen Prinz Salina, der wegen seines Mutes, aber auch seiner legendären Gerissenheit ein
hoch angesehenes Mitglied seines Standes darstellt und die Eigenschaften des Leoparden in seiner Person treffend
widerspiegelt. Doch Salina, der persönliche Befriedigung nur in den Bordellen Palermos finden kann, ein Moment,
das die Sündhaftigkeit des „Leoparden“ ins Spiel bringt, versperrt als Konservativer den Weg zum neuen Italien;
seine Versuche, die streitenden Parteien gegeneinander auszuspielen und dadurch die Macht zu erhalten, scheitern.
Von den Zeitläufen überholt bleibt er am Ende als machtloses Relikt einer vergangenen Zeit zurück. Mag so der Leopard
auch dem Adel angehören - König der Tiere ist ein anderer. In seinem Buch Schnee auf dem Kilimandscharo hat Ernest
Hemingway einen Leoparden berühmt gemacht, der tatsächlich auf über 5000 Meter Höhe in der Eisregion des
Kilimandscharo verendet ist. Als man das Skelett der Raubkatze in so großer Höhe gefunden hat, rätselte man, was
das Tier wohl dort oben gesucht haben könnte. Dem einfarbigen "Schwärzling" in Gefangenschaft des Menschen hat
 Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht Der Panther, „Im Jardin des Plantes, Paris“, ein literarisches Denkmal gesetzt.
Bild quelle : Emmanuel Keller
 
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