Puma

Update : 25.07.26

 

Der Puma: Die vielnamige Katze Amerikas

 

Der Puma (Puma concolor) ist eine weit verbreitete Katzenart, deren Verbreitungsgebiet sich über große Teile Nord- und Südamerikas erstreckt. In seinen zahlreichen Heimatländern ist das Raubtier unter einer außergewöhnlichen Vielfalt von Bezeichnungen bekannt. Für viele dieser regionalen Namen existieren auch im deutschen Sprachraum direkte Entsprechungen, wie etwa Silberlöwe, Berglöwe oder Kuguar (abgeleitet vom englischen cougar beziehungsweise dem französischen couguar). In den Vereinigten Staaten wird die Großkatze umgangssprachlich häufig schlicht als panther bezeichnet. Dies führt im deutschen Sprachgebrauch gelegentlich zu Missverständnissen, da der Begriff „Panther“ hierzulande primär für Leoparden oder Jaguare mit Melanismus – also für schwarze Panter – verwendet wird. Der heutzutage weltweit etablierte Name Puma stammt ursprünglich aus dem Quechua, der Sprache der indigenen Urbevölkerung der südamerikanischen Andenregion, und fand von dort aus Eingang in die modernen Sprachen.

Schnelles Datenblatt

Das Profil der Wildnis

Ein Blick auf die Zahlen, Fakten und Besonderheiten, die dieses majestätische Geschöpf zu einem einzigartigen Meisterwerk der Evolution machen.

Bestände Wildbahn

Der Bestandt : 

43,500 bis 50,000 Tiere*

Der Status : Stark Bedroht!


Wissenschaftlichen Namen 
Puma concolor

Bestände Gefangenschaft

Der Bestandt : 

>75,000*

Der Status : 

Inzucht und schlechte Haltung


Wissenschaftlichen Namen 
Puma concolor

Männliche Tiere

Körperlänge:

100 - 180 cm
Schulterhöhe:

30 - 80 cm
Schwanzlänge:

60 - 100 cm
Breite:

30 - 40 cm
Länge Krallen:

2 - 6 cm
Länge Zähne:

3 - 6 cm
Schlagkraft:

cm² [Newton]   /
Beißkraft:

cm² [Newton]   2726
Alter:

maximal in Wild 15 J
Paarung:

> 2,5 J
Geschwindigkeit:

50 - 65 Km/h

Weibliche Tiere

Körperlänge:

90 - 150 cm
Schulterhöhe:

30 - 73 cm
Schwanzlänge:

60 - 95 cm
Breite:

25 -40 cm
Länge Krallen:

2 - 5 cm
Länge Zähne:

3 - 5 cm
Schlagkraft:

cm² [kg]   /
Beißkraft:

cm² [kg]   278
Alter:

maximal in Zoo 25 J
Paarung:

> 3 J
Geschwindigkeit:

45 - 65 Km/h

Merkmale und Anatomie des Pumas

Taxonomisch wird der Puma nicht den Großkatzen, sondern den Kleinkatzen zugeordnet. Dennoch gehört er gemessen an seinen Körpermaßen zu den größten Vertretern der gesamten Katzenfamilie: Seine Schulterhöhe beträgt rund 70 Zentimeter, während die Kopf-Rumpf-Länge bei männlichen Tieren im Schnitt bei etwa 130 Zentimetern liegt. Die Weibchen sind mit durchschnittlich 110 Zentimetern etwas kleiner. Hinzu kommt ein kräftiger Schwanz mit einer Länge zwischen 66 und 78 Zentimetern. Männliche Pumas können ein Gewicht von 100 Kilogramm und mehr erreichen, während Weibchen in der Regel nicht mehr als 50 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Wuchsgröße folgt dabei einer geografischen Gesetzmäßigkeit: Die um den Äquator herum beheimateten Pumas sind am kleinsten; je weiter ihr Lebensraum in Richtung der Pole reicht, desto größer und schwerer werden die Tiere. Fellzeichnung, Nachwuchs und Farbmorphismen Das Fell des Pumas ist kurz, dicht und in seiner Farbgebung außerordentlich variabel. Am häufigsten treten gelbliche, rötlich-braune oder silbergraue Farbschläge auf. Unabhängig von der Grundfarbe sind Kinn, Kehle und Brustbereich bei diesen Tieren stets weißlich abgesetzt. Neugeborene Pumas besitzen ein beigefarbenes Fell mit einer kräftigen, dunklen Fleckenzeichnung. Dieses Fleckenmuster dient als wirksame Tarnung und verblasst im Laufe des ersten Lebensjahres vollständig. Anders als bei Leoparden oder Jaguaren gibt es beim Puma im Übrigen keine gesicherten Hinweise auf echten Melanismus – Berichte über schwarze Pumas gehören ins Reich der Mythen.

Physische Fähigkeiten, Laute und Lebenserwartung Pumas besitzen fünf Zehen an den Vorderpfoten und vier an den Hinterfüßen. Ihre scharfen Krallen können sie wie die meisten Katzen vollständig einziehen. Der Körperbau ist enorm kräftig und flexibel zugleich: Aus dem Stand heraus können Pumas bis zu vier Meter hoch und bis zu zehn Meter weit springen. Das Lautrepertoire der Tiere ist sehr vielseitig und unterscheidet sich stark zwischen den Geschlechtern. Anders als die echten Großkatzen besitzen Pumas jedoch ein verknöchertes Zungenbein und können daher nicht brüllen. Stattdessen schnurren sie und geben ein breites Spektrum an Lauten von sich. Nordamerikanische Naturforscher wie Truman Everts beschrieben den durchdringenden Schrei eines Pumas gelegentlich als verblüffend menschenähnlich. In freier Wildbahn können Pumas ein Alter von bis zu 18 bis 20 Jahren erreichen, auch wenn die durchschnittliche Lebenserwartung durch Revierskämpfe und Umweltfaktoren meist niedriger liegt. In menschlicher Obhut und unter Zoobedingungen werden die Tiere nicht selten älter als 25 Jahre.

Eine auf Tempo ausgerichtete Anatomie Aufgrund dieses hochspezialisierten Körperbaus gilt der Gepard als das schnellste Landtier der Welt. Er erreicht im Sprint Spitzengeschwindigkeiten von etwa 90 bis maximal 120 km/h, kann dieses extrem kräftezehrende Tempo allerdings nur über kurze Distanzen von meist unter 400 Metern aufrechterhalten. (Die im Ausgangstext genannten 140 km/h sind wissenschaftlich nicht belegt und entsprechen veralteten Überschätzungen.) Jedes Detail der Anatomie des Gepards ist konsequent auf maximale Sauerstoffaufnahme und Effizienz beim Laufen ausgerichtet: Atemwege: Seine Nasengänge sind stark erweitert, was eine enorme Belüftung der Lungen ermöglicht. Gebiss: Durch den Platzbedarf der vergrößerten Nasenhöhlen bleibt im Schädel weniger Raum für tiefe Zahnwurzeln. Das Gebiss ist im Vergleich zu anderen Katzen stark verkleinert und stellt eine vergleichsweise schwache Waffe dar. Innere Organsysteme: Lungen, Bronchien und Nebennieren sind im Verhältnis zur Körpergröße überdurchschnittlich stark ausgebildet, um den abrupten Energieschub bei Sprints zu bewältigen. Ein ausgewachsener Gepard erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 150 Zentimetern, wozu sich ein rund 70 Zentimeter langer Schwanz gesellt. Bei einer Schulterhöhe von circa 80 Zentimetern wirkt das Tier zwar groß, bringt aber aufgrund seines leichten Knochenbaus lediglich ein Gewicht von etwa 60 Kilogramm auf die Waage. Genetik und der historische Flaschenhals Nach neueren taxonomischen Erkenntnissen wird die Art heute meist nur noch in zwei Hauptunterarten beziehungsweise Populationen unterteilt: den Afrikanischen und den Asiatischen Gepard.

Genetische Untersuchungen enthüllten eine bemerkenswerte Eigenschaft der gesamten Spezies: Geparde besitzen eine extrem niedrige genetische Variabilität. Ihre Inzuchtraten sind derart hoch, dass sie nahezu den Werten gezüchteter Labormäuse entsprechen. Dies nährte die Befürchtung, dass Geparde gegenüber Infektionskrankheiten und abrupten Umweltveränderungen außergewöhnlich anfällig sein könnten – auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, inwieweit diese genetische Einförmigkeit das Überleben in freier Wildbahn tatsächlich beeinträchtigt. Ein faszinierender Effekt dieser Verwandtschaft ist die Immunologie: Gewebeübertragungen zwischen unbewandten Geparden werden ohne die sonst üblichen Abstoßungsreaktionen vertragen – ein Phänomen, das bei Säugetieren gewöhnlich nur unter genetisch identischen Individuen (wie eineiigen Zwillingen) beobachtet wird. Immunologische Daten belegen, dass die heutigen Geparde allesamt von einer winzigen Stammgruppe abstammen. Die Art durchlief vor etwa 10.000 Jahren am Ende des Pleistozäns einen extremen genetischen Flaschenhals. Während damals verwandte Arten wie der Amerikanische Gepard vollständig ausstarben, entging der Gewöhnliche Gepard diesem Schicksal nur knapp. Aus dieser kleinen Überlebenden-Population heraus besiedelte er die Savannen Afrikas und Asiens erneut und konnte so bis in unsere heutige Zeit fortbestehen. Diese wissenschaftliche Entdeckung genießt in Fachkreisen hohes Ansehen und dient der modernen Populationsgenetik als Musterbeispiel.

Verbreitungsgebiet und Lebensräume

Einst erstreckte sich das Areal des Pumas über den größten Teil des nord- und südamerikanischen Doppelkontinents. Kein anderes Landsäugetier Amerikas besaß ein vergleichbar weit ausgedehntes Areal: Es reichte von den Wäldern des südlichen Kanadas über ganz Mittelamerika bis hinab ins eisige, südliche Patagonien. Im Zuge der Besiedlung und intensiven Bejagung wurden die Bestände jedoch extrem ausgedünnt und der Puma aus weiten Teilen seines ursprünglichen Lebensraumes verdrängt. In den USA überlebten isolierte Populationen die großflächigen Ausrottungswellen fast ausschließlich in unzugänglichen Rückzugsgebieten – darunter die Rocky Mountains, die Cascade Range, die Coast Range, die Wüsten und Halbwüsten des Südwestens sowie die Sumpflandschaften der Everglades in Florida. Erholung der Bestände und ökologische Anpassungsfähigkeit Dank konsequenter Schutzmaßnahmen hat sich das Verbreitungsgebiet des Pumas in den letzten Jahrzehnten wieder spürbar ausgedehnt. So konnten sich die Tiere beispielsweise im Gebiet der Großen Seen erneut festsetzen. In einigen Regionen des amerikanischen Westens haben sich die Katzen derart an die menschliche Präsenz gewöhnt, dass sie selbst die unmittelbare Nähe von Vorstädten und Siedlungsrändern nicht mehr meiden. Diese erfolgreiche Wiederbesiedlung unterstreicht die erstaunliche ökologische Anpassungsfähigkeit der Art. Pumas sind extreme Generalisten und besiedeln nahezu jeden verfügbaren Habittyp: Offene Landschaften: Prärien, Steppen und Halbwüsten. Waldgebiete: Boreal-nördliche Nadelwälder, gemäßigte Laubwälder sowie tropische Regenwälder. Gebirgsregionen: Hochgebirge bis weit über die Baumgrenze hinaus.

Ernährung und Jagdweise

Der Puma ist ein äußerst anpassungsfähiger Jäger und erbeutet Säugetiere beinahe jeder Größenordnung. Das Nahrungsspektrum variiert stark je nach Region und Nahrungsangebot: Große Huftiere: In Nordamerika gehören vor allem Hirsche, Elche und Rentiere zu seinen Hauptbeutetieren. Auch Nutztiere wie Schafe und junge Rinder fallen dem Puma gelegentlich zum Opfer. Kleinere Säuger: Neben Huftieren jagt er regelmäßig kleinere Säugetiere wie Mäuse, Ratten, Erdhörnchen, Skunks, Waschbären, Biber und Opossums. Konkurrenten und Alternativen: Selbst andere Raubtiere wie Kojoten und Rotluchse kann ein ausgewachsener Puma überwältigen. Ergänzt wird der Speiseplan gelegentlich durch Vögel und in manchen Regionen auch durch Fische. Im Gegensatz zu manch anderen Raubtieren frisst der Puma nahezu nie Aas und verschmäht in der Regel auch Reptilien.

Die Anschleich- und Tötungstaktik Als typische Einzelkatze setzt der Puma bei der Jagd ganz auf Überraschung und Lautlosigkeit: Das Anschleichen: Er nutzt jede vorhandene Deckung im Gelände, um sich unbemerkt auf wenige Meter an sein Beutetier heranzupirschen. Der Zugriff: Ist die Distanz kurz genug, katapultiert sich der Puma mit einem gewaltigen Satz direkt auf den Rücken des Opfers. Der Tötungsbiss: Durch das eigene Körpergewicht und den Wucht des Sprungs reißt er das Tier nieder und tötet es blitzschnell durch einen gezielten, kräftigen Biss in den Hals oder durch das Verbrechen des Genicks.

Fortpflanzung und Aufzucht

Pumas sind ausgeprägte Einzelgänger, die außerhalb der Fortpflanzungszeit strenge Distanz zu ihren Artgenossen wahren. Nur zur Paarung – die zwar ganzjährig stattfinden kann, meist aber in die Monate zwischen November und Juni fällt – finden Männchen und Weibchen für höchstens sechs Tage zusammen. Direkt nach der Paarung trennen sich ihre Wege wieder. Das Männchen zieht weiter und nimmt an der späteren Aufzucht des Nachwuchses keinerlei Anteil. Tragzeit und Entwicklung der Welpen Nach einer Tragzeit von rund drei Monaten bringt das Weibchen an einem geschützten Zufluchtsort einen Wurf von durchschnittlich zwei bis drei Jungen zur Welt. In Ausnahmefällen kann die Wurfgröße zwischen einem und sechs Welpen schwanken:

Neugeborene: Die Jungtiere wiegen bei der Geburt lediglich 230 bis 450 Gramm und messen etwa 20 bis 30 Zentimeter. Ernährungsumstellung: Nach etwa sechs bis sieben Wochen beginnen die gefleckten Welpen, zusätzlich zur Muttermilch erste feste Nahrung in Form von Fleisch aufzunehmen. Ablösung von der Mutter: Die Jungpumas bleiben verhältnismäßig lange bei der Mutter, um die komplexen Anschleich- und Jagdtechniken zu erlernen. Erst im Alter von etwa 20 Monaten trennen sie sich von ihr, um eigene Territorien zu suchen.

Gefährdung und Bedeutung für den Menschen

Ausgewachsene Pumas besitzen außer dem Menschen kaum natürliche Fressfeinde. Einzig Bären und Wolfsrudel können den Raubkatzen gefährlich werden und gelegentlich unerfahrene, junge oder geschwächte Pumas erbeuten. Obwohl der Puma heutzutage in den meisten Ländern unter gesetzlichem Schutz steht, wird er von Viehzüchtern und Bauern nach wie vor bejagt, da sie um ihre Nutztierbestände fürchten. Der weltweite Gesamtbestand wird auf unter 50.000 ausgewachsene Individuen geschätzt. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art Puma concolor in ihrer Roten Liste gefährdeter Arten derzeit als „nicht gefährdet“ (Least Concern) ein, obgleich einzelne Unterarten und isolierte Teilpopulationen stark bedroht sind.

Begegnungen und Konflikte mit dem Menschen Der Puma ist eine ausgesprochen scheue Katze, die die menschliche Nähe gewöhnlich meidet und bei einer Begegnung in der Regel die Flucht ergreift. Dennoch kommt es in Nordamerika gelegentlich zu Übergriffen auf Menschen – schätzungsweise etwa vier Fälle pro Jahr in den USA, von denen nur die wenigsten tödlich enden. Betroffen sind dabei meist Kinder oder einzeln reisende Wanderer; Angriffe auf erwachsene Gruppen gehören zu den absoluten Ausnahmen. Wahrnehmung in der Kulturgeschichte Die Wahrnehmung des Pumas wandelte sich mit den Epochen und den jeweiligen Kulturen grundlegend: Indigene Völker: Die indigenen Völker Nord- und Südamerikas brachten dem Puma tiefen Respekt entgegen. Sie schrieben ihm Eigenschaften wie Führungsstärke, Kraft, Ausdauer, Treue und Mut zu. Das irokesisch sprechende Volk der Erie leitete seinen Namen (Erielhonan, was übersetzt „Langer Schwanz“ bedeutet) vermutlich von der geschätzten Großkatze ab. Von den französischen Kolonisten wurden sie folglich auch als Nation du Chat („Volk der Katze“) bezeichnet.

Europäische Siedler: Die weißen Kolonisten Nordamerikas sahen im Puma hingegen in erster Linie einen schädlichen Rivalen. Sie bekämpften ihn nicht nur zum Schutz ihrer Viehherden, sondern stellten ihm auch intensiv wegen seines Fells und als begehrte Jagdtrophäe nach – was letztlich zur Ausrottung des Pumas im gesamten Osten des Kontinents führte.

Systematik und Verwandtschaftsverhältnisse

Der nächste lebende Verwandte des Pumas ist der süd- und mittelamerikanische Jaguarundi (Puma yagouarundi). In modernen taxonomischen Systematiken wird dieser daher meist gemeinsam mit dem Puma in der gleichen Gattung Puma geführt. Darüber hinaus besteht eine erstaunlich enge Verwandtschaft zum afrikanischen Geparden. Früher wurde der Gepard aufgrund seiner stark abweichenden Anatomie in eine eigene Unterfamilie innerhalb der Katzen gestellt. Diese klassische Einteilung ist unter modernen, phylogenetischen Gesichtspunkten jedoch veraltet und nicht mehr aufrechtzuerhalten: Der Gepard wird heute genau wie Puma und Jaguarundi zur Unterfamilie der Kleinkatzen (Felinae) gezählt. Neueste genetische Analysen legen zudem nahe, dass der Puma besonders eng mit dem ausgestorbenen nordamerikanischen Geparden (Miracinonyx) aus dem Pleistozän verwandt war. Dieser Amerikanische Gepard war demnach kein direkter Vorfahr des heutigen Gepards, sondern eine dem Puma sehr nahestehende Schwesterart, die sich in Nordamerika konvergent zu einem hochspezialisierten Sprintsäger entwickelte.

Unterarten und moderne Taxonomie

Traditionell wurden in der Zoologie zwischen 24 und 32 verschiedene Unterarten des Pumas unterschieden. Zwei dieser historisch beschriebenen Formen, die im östlichen Nordamerika beheimatet waren, galten bereits früh als ausgestorben. Als eine der am stärksten bedrohten Populationen galt der sogenannte Florida-Panther (P. c. coryi), der in den isolierten Sumpflandschaften der Everglades das großflächige Erlöschen der Art überlebt hatte. Moderne molekulargenetische Untersuchungen (unter anderem durch Melanie Culver und ihr Team) haben diese klassische Klassifizierung jedoch grundlegend revidiert. Die genetischen Analysen legten nahe, dass die historische Unterscheidung Dutzender lokaler Formen wissenschaftlich nicht aufrechtzuerhalten ist. Heute unterscheidet man in der Regel nur noch sechs Hauptunterarten.

Die Besiedlungsgeschichte Nordamerikas Eine der überraschendsten Erkenntnisse der Genetik betrifft die nordamerikanischen Pumas: Sämtliche Vorkommen nördlich von Nicaragua unterscheiden sich genetisch kaum voneinander und bilden eine auffallend homogene Population. Im Gegensatz dazu weisen die Populationen in Mittel- und Südamerika eine bedeutend höhere genetische Variabilität auf. Dieses Muster lässt sich durch ein zentrales Ereignis der Erdgeschichte erklären: Der genetische Flaschenhals: Am Ende des Pleistozäns – vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren – kam es auf dem amerikanischen Kontinent zu einem massiven Aussterben der eiszeitlichen Megafauna. Diesem Ereignis fielen vermutlich auch sämtliche ursprünglichen Pumas Nordamerikas zum Opfer.

Die Wiederbesiedlung: Der Puma konnte sich jedoch im südamerikanischen Raum halten. Von dort aus stießen Pumas nach dem Ende der letzten Eiszeit wieder nach Norden vor und besiedelten den nordamerikanischen Kontinent in geologisch sehr kurzer Zeit neu. Neubewertung des Schutzstatus Mit diesen genetischen Befunden ging eine grundlegende Neubewertung des Schutzstatus einher. Inzwischen führt die IUCN Cat Specialist Group taxonomisch sogar nur noch zwei Hauptunterarten: den Nordamerikanischen Puma (Puma concolor couguar) und den Südamerikanischen Puma (Puma concolor concolor). Der berühmte Florida-Panther wird heute genetisch der nordamerikanischen Gesamtpopulation zugeordnet. Das bedeutet zwar einerseits, dass er keine historisch isolierte, eigenständige Artform darstellt; andererseits unterstreicht es die enorme Bedeutung regionaler Schutzprojekte, um diese stark dezimierte Teilpopulation vor dem endgültigen lokalen Erlöschen zu bewahren.

Der Florida-Panther: Eine Population im Kampf gegen das Aussterben

Obwohl der Florida-Panther (Puma concolor couguar) nach modernen genetischen Erkenntnissen nicht mehr als eigenständige Unterart gilt, werden enormer Aufwand und erhebliche finanzielle Mittel investiert, um diese isolierte Reliktpopulation vor dem Erlöschen zu bewahren. Die Vorkommen galten Mitte des 20. Jahrhunderts kurzzeitig sogar als vollständig erloschen, bis 1972 eine kleine Restgruppe in den Sümpfen Süd-Floridas wiederentdeckt wurde. Detaillierte Untersuchungen ergaben jedoch ein besorgniserregendes Bild: Es lebten vermutlich weniger als 30 Individuen dieser vergleichsweise kleinen, dunkel rot-braun gefärbten Pumas. Zudem zeigte die Population extrem deutliche Symptome von Inzuchtdepression – darunter ein geknickter Schwanzwirbel (Knickschwanz), Fehlbildungen der Fellwirbel (Cow-licks), Hodenhochstand bei Männchen und eine hohe Anfälligkeit für Herzfehler.

Die Rettungsaktion: Reaktivierung des Genpools Um den drohenden Kollaps durch den genetischen Flaschenhals zu verhindern, griffen Naturschützer im Jahr 1995 zu einer drastischen Maßnahme: Sie siedelten acht weibliche Pumas aus Texas (Puma concolor stanleyana) in das Verbreitungsgebiet in Florida um. Diese Strategie beruhte auf historischen Zusammenhängen, da die Pumas aus Texas und Florida einst eine kontinuierliche, zusammenhängende Population bildeten: Der Zuchterfolg: Die texanischen Weibchen fügten sich erfolgreich in das Ökosystem ein und zeugten mindestens 25 Nachkommen mit den ansässigen männlichen Florida-Panthern. Genetischer Effekt: Durch den Einkreuzungseffekt (Genetic Rescue) ging die Häufigkeit der Inzuchtmerkmale bei den Folgegenerationen drastisch zurück, während die Überlebensrate der Jungtiere spürbar anstieg.

Entnahme der Tiere: Nachdem der gewünschte Genfluss initiiert worden war, wurden die verbliebenen texanischen Tiere wieder aus der Wildbahn entnommen. Ungeklärte Herkunft und aktuelle Bestandsentwicklung Genetische Nachuntersuchungen förderten ein weiteres erstaunliches Detail zutage: Bereits vor dem offiziellen Schutzprogramm von 1995 wiesen einige Florida-Panther Erbgut von südamerikanischen Pumas auf. Da eine natürliche Zuwanderung über Tausende Kilometer hinweg ausgeschlossen werden kann, handelte es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach um privat gehaltene, entwichene oder illegal ausgesetzte Tiere. Dank des konsequenten Schutzmanagements hat sich der Bestand seit dem Tiefpunkt in den 1990er-Jahren kontinuierlich erholt. Viele der Tiere werden heute mittels GPS-Senderhalsbändern überwacht, um ihre Wanderwege, Reviergrenzen und die Überquerung von Verkehrswegen präzise zu analysieren und Schutzkorridore einzurichten.

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